Saisoneröffnung der Stuttgarter Philharmoniker
Zur Eröffnung der Saison 2026/27 gaben die Stuttgarter Philharmoniker im ausverkauften Gustav-Siegle-Haus ein famoses Nachmittagskonzert. Im Programmheft standen die Namen Ludwig van Beethoven (1770 – 1827), Gioachino Rossini (1792 – 1868) und Joseph Haydn (1732 – 1809) mit großen Werken. Klassikbegeisterte der SportKultur-Abteilung Kunst&KulTouR genossen begeistert die Leistung des rund 40-köpfigen Orchesters mit Pietro Borgonovo am Pult.
Auf eine kurze Begrüßung durch Intendant Christian Lorenz, folgte ein erstes Werk, das mit seinen 45 Minuten Dauer durchaus als monumental bezeichnet werden kann. Beethovens 3-sätziges – Allegro ma non troppo, Larghetto, Rondo – Violinkonzert D-Dur op. 61 ist dramatisch, kraftvoll und abwechslungsreich. Das 1806 uraufgeführte Werk ist sein einziges vollendetes Violinkonzert. In diesem, zum Kernrepertoire der Violinliteratur gehörigen Meisterwerks, führt die Solovioline mit dem Orchester einen spannenden, lebhaften Dialog der von Solistin Fabiola Kim mit meisterhaftem Verve umgesetzt wurde. Der beeindruckende musikalische Wumms sorgte in der darauffolgenden Pause beim Publikum für Gesprächsstoff und bedeutete für das Ensemble nach dem vollen Einsatz, eine mehr als verdiente Erholungsphase.
Flott und schmissig, mit purer italienische Lebensfreude startete der zweite Teil des Konzertnachmittags, die Ouvertüre zur Oper „Cenerentola“ von Gioachino Rossini. Die Komische Oper erzählt die Märchengeschichte von „Aschenputtel“. Die Musik beginnt ruhig, fast vornehm, geht in ein lebhaftes Allegro mit eingängigen Melodien über, bevor sie sich im berühmten „Rossini-Crescento“ zu einem überschäumenden Höhepunkt steigert.
„Very British“ klang es zum Abschluss des Konzerts mit Joseph Haydns Sinfonie Nr. 104 D-Dur „Londoner“. Sie gehört eindeutig zu den Höhepunkten seines sinfonischen Schaffens. Die Komposition beginnt mit einer langsamen Einleitung, ist voller Humor und überraschender, interessanter, musikalischer Wendungen. Als Zuhörer hat man den Eindruck, das Selbstbewusstsein und die Pracht des damaligen Empire zu spüren.
Übrigens, die Nachmittagskonzerte der Stuttgarter Philharmoniker sind finanziell keine Last: Das Zuhören kostet auf allen Plätzen gerade mal neun Euro, VVS-Ticket inklusive.
Text: Norbert Klotz
Illustration: Mit KI erstellt