Februarkonzert im Gustav-Siegle-Haus
Kammermusik von Mozart, Brahms und Dohnányi
Viel Freude am zweiten Nachmittagskonzert der Stuttgarter Philharmoniker in diesem Jahr im Gustav-Siegle-Haus, hatten Liebhaberinnen und Liebhaber der klassischen Musik der SportKultur-Abteilung Kunst&KulTouR.
Wolfgang Amadeus Mozarts Streichquintett in c-Moll KV 406 entfaltete in der Aufführung eine eindringliche dramatische Spannung und große klangliche Differenziertheit. Konzertmeisterin Karina Kuzumi und 1. Violinistin Soyun Kim führten das Ensemble mit klar gezeichneten Linien und stilistischer Sicherheit. Die Bratschen, gespielt von Harin Kim (Studentin der Stuttgarter Musikhochschule) und dem erfahrenen Kammermusiker Werner Höfler, sorgten für jene warme klangliche Tiefe, die diesem Werk seine besondere Farbigkeit verleiht. Zusammen mit Cellist Bernhard Lörcher entstand ein wacher, intensiver Ensembleklang, der die düstere Unruhe des Allegro ebenso überzeugend trug wie die lyrischen Passagen der Mittelsätze.
In Johannes Brahms’ Cellosonate Nr. 2 F-Dur op. 99 zeigte sich anschließend das besonders enge kammermusikalische Verständnis zwischen Pianist Fabio Martino und Lörcher. Martino gestaltete den Klavierpart mit großer Farbpalette und poetischer Ausdruckskraft und zog das Publikum hörbar in den Bann, während das Cello mit virtuoser Präsenz, warmem Ton und klarer Linienführung antwortete. Gerade im Wechsel zwischen energischem Vorwärtsdrang und lyrischer Innigkeit entstand so ein dialogisches Musizieren, das die strukturelle Größe der Sonate unmittelbar erfahrbar machte.
Im Klavierquintett Nr. 1 c-Moll op. 1 von Ernst von Dohnányi saßen schließlich alle Mitwirkenden gemeinsam vor den Notenpulten. Hier bündelten sich pianistische Brillanz, streicherische Intensität und spürbare Spielfreude zu einer geschlossenen Ensembleleistung. Vom leidenschaftlichen Beginn über die kantable Ruhe des Adagios und das rhythmisch federnde Scherzo bis zum mitreißenden Finale entwickelte sich eine spannungsreiche Dramaturgie, die den Nachmittag wirkungsvoll abrundete und vom Publikum mehr als zurecht mit entsprechend starkem Beifall aufgenommen wurde.
Text und Foto: Norbert Klotz