Loading...

2. German Masters: Gleich mehrere persönliche Bestmarken

Abwechslungsreich und zugleich emotional total unterschiedlich kann ein Wettkampf im Kunstradsport verlaufen. Erlebt hat dies Sebastian Zähringer jüngst bei der zweiten Auflage der German-Masters-Serie in Denkendorf. Die erste Runde hat der SportKultur-Athlet so richtig verhauen, musste nach fehlerhaftem Handstand und Sprung 18,9-Punkte Abzüge hinnehmen. Enttäuschende 160,89-Punkte leuchteten auf der Anzeigetafel, so dass er den Sprung ins abendliche Finale der besten Drei verpasste und bereits mittags im zweiten Durchgang wieder aufs Rad musste. Doch alsbald wandelte sich Zähringers Frust in pure Freude und Begeisterung, legte er doch eine konzentrierte und fokussierte Darbietung hin. Gar so gut fokussiert, dass er beim Handstand einen Punktezuschlag von 1,2 bekam. Einen weiteren Bonus holte er sich, indem er die Lenkerdrehung nicht wie angekündigt zweifach, sondern gleich dreieinhalbfach durchführte. Das fünfminütige Programm bewerteten die Wertungsrichter mit 188,78 Punkten – damit hatte er seine Bestmarke gleich um mehrere Zähler überschritten. Ganz zur Freude von Trainerin Isabell Lorandt: „Sebbi hat endlich mal das abgerufen, was er kann“.

Was sie können, zeigten beim Zweierfahren einmal mehr Helen Vordermeier und Selina Marquardt. Steigerten sie bei den ersten German Masters bereits ihre Bestleitung, gelang ihnen das in Denkendorf gleich noch zwei Mal. „In der Vorrunde hatten wir einen kurzen Wackler bei der ersten Übung und Selina musste zudem kurz vor Schluss noch einen kleineren Absteiger bei der Kehrreitsitzsteiger-Drehung hinnehmen. Beides zog aber keine größeren Abzüge nach sich und so konnten wir dennoch eine neue Bestleitung von 139,36 Punkten erzielen“, sagte Helen Vordermeier. Abends im Finale war die Nervosität wie weggeblasen und „wir konnten unsere Kür beinahe perfekt abspulen und unsere Bestleistung noch mal auf 140 Punkte nach oben schrauben“, freute sich Selina Marquardt. In der Endabrechnung landete das SportKultur-Duo hinter den Vize-Weltmeisterinnen SophieMarie Wöhrle / Carloline Wurth auf Platz zwei und hat damit nach nun vier Durchgängen sehr gute Chancen, sich für die Heim-WM Ende Oktober in der Porsche-Arena zu qualifizieren.

Für Mattea Eckstein, die nach dem Weltcup-Finale am 23. Oktober in Albstadt ihre Karriere beendet, war der Wettkampf in Denkendorf „besser als der Auftakt der German-Masters-Serie, aber dennoch schade, dass ich nicht ins Finale gekommen bin“. Dazu fehlten mickrige 0,73 Zähler. Den Löwenanteil der Abzüge von sieben Punkten musste sie wegen des fehlenden Sattellenkerhandstands in Kauf nehmen. Letztlich erreichte sie im Einer-Fahren 181,45 Punkte. Im zweiten Durchgang zeigte sie erneut eine gute Leistung und ließ insgesamt einen Aufwärtstrend erkennen.

Torsten Streib

Zurück