Pressemitteilung: SportKultur Stuttgart reagiert

Liebe Mitglieder, aus Anlass der zu erwartenden Kürzungen im Haushalt der Stadt Stuttgart ging nachfolgende Pressemitteilung an die Presse und alle verantwortlichen Gemeinderäte/innen.

Bedeutung des Vereinssports für Stuttgart – Bitte um Berücksichtigung in den weiteren Haushaltsberatungen

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Gemeinderätinnen und Gemeinderäte,

wir wissen, vor welch schwierigen Entscheidungen Sie in den diesjährigen Haushaltsberatungen stehen. Die angespannte Finanzlage macht Einsparungen unvermeidlich, und auch wir Sportvereine möchten unseren Beitrag leisten. Zugleich möchten wir aufzeigen, wo zusätzliche Belastungen für die Vereine zu gravierenden Folgen führen würden.

Bedeutung des Vereinssports

Der Vereinssport ist ein zentraler Motor für Integration, Inklusion, Gesundheit und sozialen Zusammenhalt – Aufgaben, die die Stadt ohne die breite Vereinsstruktur nicht in diesem Umfang erfüllen könnte. Mehr als 300 Vereine erreichen über 300.000 Menschen in Stuttgart.

Aktuelle Herausforderungen

Vereine stehen bereits heute vor steigenden Anforderungen: wachsende Mitgliedszahlen, mehr Personalbedarf, höhere Mindestlöhne, Investitionen in Sanierungen und Klimaschutzziele sowie nicht kostendeckende Bildungskooperationen. Diese Entwicklungen binden erhebliche Mittel.

Geplante Maßnahmen und ihre Folgen

Die vorgesehenen Erhöhungen von Hallennutzungsentgelten und Mieten, der Wegfall einzelner Zuschüsse sowie gekürzte Fördermittel würden die reale Belastung vieler Vereine deutlich steigern. Dies könnte zu Einschränkungen im Kinder-, Jugend-, Reha- und Gesundheitssport, zu weniger Schul- und Kitakooperationen sowie zu Rückzügen im Nachwuchs- und Leistungssport führen. Auch deutliche Beitragserhöhungen wären kaum vermeidbar – mit spürbaren Auswirkungen auf Familien.

Für uns als SportKultur Stuttgart, die in einem Stadtgebiet mit rund 75 % Migrationshintergrund verankert ist, hätten die geplanten Maßnahmen besonders gravierende Auswirkungen. Viele Familien in unserem Umfeld verfügen nur über begrenzte finanzielle Mittel. Steigende Hallenkosten, wegfallende Zuschüsse oder eine Rücknahme der zugesagten Sanierungsunterstützung würden zwangsläufig zu höheren Vereinsausgaben führen.

Wir schließen jedoch niemanden vom Sport aus – insbesondere nicht Kinder und Jugendliche, die sich eine Mitgliedschaft nicht leisten können. Schon heute nehmen wir zahlreiche junge Menschen beitragsfrei auf und sichern damit ihre soziale Teilhabe. Sollten die Belastungen weiter steigen, werden wir dieser wichtigen Aufgabe weiterhin nachkommen, geraten dabei jedoch zunehmend an schwer zu tragenden finanziellen Grenzen. Diese Entwicklung gefährdet somit auch der wichtigen Integrationsarbeit.

Unser Anliegen

Wir bitten Sie daher:

den Sport nicht mit weiteren Einsparungen zu belasten,

Kürzungen in zentralen Entwicklungsbereichen zu überdenken und

Entlastungen bzw. Entbürokratisierungen für gemeinnützige Vereine zu prüfen.

 

Trotz seines kleinen Anteils am Gesamtetat entfaltet der Sport eine große Wirkung für die Stadtgesellschaft. Damit Stuttgart eine lebendige und zugängliche Sportstadt bleibt, benötigen die Vereine verlässliche Rahmenbedingungen.

Vielen Dank für Ihre Arbeit und Ihre Unterstützung.

 

Sportliche Grüße,

Ulrich Strobel & Linn Claudi