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Ein dramatisches Derby

Drei Tage vor dem Spiel war die Stimmung bei der ersten Mannschaft am Boden. Spitzenspieler Leo hatte sich mit einem Infekt abgemeldet und das vor einem der wichtigsten Spiele der Saison. Lokalrivale TBU rangierte mit 10:2 Punkten auf Platz 3 und hatte lediglich gegen die Übermannschaft vom Sportbund verloren. Die Aussichten waren düster, nach dem Training hörte man Sätze wie „wenn ich bei 2:7 in die Box gehe, wird das Feuer fehlen.“

Bis zum Spieltag hatte sich bei den 6 aber eine „Jetzt-erst-Recht“-Stimmung eingestellt. Leo wurde durch den Bezirksmeister Simon ersetzt und Sascha platzte fast vor Adrenalin. Mit Werner hatte er sich seit Wochen auf ihr Doppel vorbereitet und das sollte sich maximal auszahlen.

Zum Start ging Kultur mit 2 hauchdünnen Siegen im Doppel und einem in Saschas erstem Einzel mit 3:1 in Führung. Nach einem Achterbahn-Spiel von Werner gegen Baur, das schließlich mit 13:11 im Entscheidungssatz an den Untertürkheimer ging, schienen die Weichen aber auf Auswärtssieg gestellt. Auch wenn die SKS leidenschaftlich und mit gesunder Lautstärke dagegenhielt, zogen die Gäste langsam davon. Sascha wuchs beim 3:1 gegen Dordevic, den auf dem Papier besten Spieler der Liga, über sich hinaus (Grüße an Harry Fischer) und hielt die Gastgeber in Kontakt, dennoch stand es nach 3 Stunden Spielzeit 5:7.

Doch dieses Derby hatte noch einen letzten Akt parat. Martin bestätigte seine hervorragende Form aus dem ersten Einzel und rang im Duell der Abwehrspieler Baur mit 3:1 nieder. Und dann: Auftritt der Jensens. Leander lieferte gegen Pohlmann ein Meisterwerk ab. Mit unheimlicher Abgezocktheit und Cleverness gewann er klar in 3 Sätzen.

Der Rest war „wie in Ekstase“ (Zitat Martin). Simon erspielte sich mit fehlerfreien Vorhand-Angriffen eine 2:1-Führung gegen Matschke und das Abschlussdoppel Sascha/Werner ging durch taktisch konsequentes Spiel ebenfalls in Führung. Im vierten Satz ging es dann hoch her, 10:10, 11:11, 12:12, an beiden Tischen parallel. Doch wie fast immer an diesem Abend lief in den entscheidenden Situationen alles für Kultur. Das Doppel behielt auch bei mehreren Satzbällen gegen sich die Nerven und gewann mit 15:13. An Tisch 1 lieferten sich Simon und Matschke die ganze Verlängerung endlose Topspin-Duelle, bis der Jugendspieler sich unter großem Jubel mit 16:14 durchsetzen konnte. Damit war ein kaum für möglich gehaltener Heimsieg perfekt.

SportKultur ist damit ein Big-Point im Aufstiegsrennen gelungen. In der Tabelle liegt man zusammen mit Sportbund an der Spitze. Mitte Dezember kommt es zum direkten Duell dieser Teams. Vielleicht wird dann das nächste Drama aufgeführt.

Philipp Schollmeier

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