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Chronik des TV Hedelfingen e.V.

 
Den folgenden Bericht hat der letzte 1. Vorsitzende der TV Hedelfingen e.V. - Herr Rainer Dittrich - für die Festschrift zum 125 Jahr Jubiläum verfasst.
 
 
Ursprung der Sport- und Kulturbewegung
Genau wissen wir es nicht. Verbürgt ist nur, dass sich am 13. November 1887 22 Hedelfinger trafen, um einen Turnverein zu gründen. Wie das Wort es sagt, stand damals eine einzige Sportart im Programm: Turnen, zu dem auch, fast vergessen, Tauziehen gehörte. Dies entsprach dem damaligen Zeitgeist und dem Bewusstsein in der Bevölkerung, das zur fast gleichzeitigen Gründung ähnlicher Vereine in den Stuttgarter Vororten führte. Man wollte turnen und das halt vor Ort und man ging halt damals nicht in den Nachbarort, um miteinander zu turnen… 1903 gab es dann eine Sängerabteilung, in der sich die meist männlichen Sangesfreunde trafen.
 
Gauturnfeste und Sängerfeste wechselten sich ab und Zeitgenossen fragten sich, ob es sich hier um singende Turner oder turnende Sänger handelt. Athleten und Faustballer, dann auch noch Fußballer und 1930 kamen noch die Handballer dazu. Feldhandball, heute so gut wie ausgestorben, war damals das Freizeitvergnügen. 
Bereits 1912 erwarb der Verein in der Hedelfinger Straße, dort wo heute alte Autos recycelt werden, einen Sportplatz.
 
Nachdem ein Teil dieses Platzes der Erweiterung der Hedelfinger Straße zum Opfer fiel, schaute man sich nach Alternativen im Ort um, und fand dann das Gelände an der Rohrackerstraße. 1929, mitten in der Weltwirtschaftskrise, erwarb man das Gelände. Dort musste jedoch der Dürrbach noch verlegt werden, was nur unter tatkräftiger Mithilfe vieler freiwilliger Helfer gelingen konnte. Die schwere Weltwirtschaftkrise traf den Verein recht hart und nur unter größten Kraftanstrengungen aller Mitglieder und zahlreicher Spender gelang das Überleben. Dann kam der Krieg mit all seinen Schrecken und man fing wieder bei Null an. Das Vereinsheim war durch Bomben zerstört und der Spielplatz war zum Kartoffelacker umgewandelt.
 
Die Entwicklung des Vereins nach dem 2. Weltkrieg
Es war aber auch eine Chance. Wurde der TVH 1933 zwangsfusioniert, so ging man ab 1950 wieder eigene Wege. Aufbau des Vereinsheims, Bau von Umkleidekabinen und Duschen, Kegelbahnen für die 1964 gegründete Sportkegelabteilung.
Auch sportlich ging es weiter. Gründung der Tischtennisabteilung, dann 1977 der Tennisabteilung. Zunächst mit drei Plätzen, die dann in den Achtzigern aufgrund des Wachstums der Mitgliederzahl auf sechs Plätze erweitert werden mussten. In den 90er suchte eine komplette Skiabteilung eine neue Heimat und fand sie beim TV Hedelfingen.
 
Mit der ersten Busreise 1965 nach Paris begann der Europakurs des TVH. Bis heute war jedes Jahr ein neues Reiseland das Ziel.
Als Mitte der 90er eine gewisse Vereinsmüdigkeit um sich griff, begann man mit dem Angebot von Kursen. Zunächst mit Fitnesskursen in der Alten Schule in Rohracker, auch um dort einen Beitrag für das Fortbestehen dieses historischen Gebäudes zu leisten. Dann mit Yogakursen, die sich heute noch einer großen Beliebtheit erfreuen. Qi-Gong, Volleyball, Badminton, Basketball und zuletzt Taekwondo ergänzten das Angebot.
 
Obwohl die Führung des Vereins eigentlich mit dem Erreichten zufrieden war, begann sie sich verstärkt Gedanken um die Zukunftsfähigkeit des Vereines zu machen. Wurde der TVH nach dem Kriege durch die Vorsitzenden Karl Seitter, Helmut Zinsmeister, Willi Sommer, Gottried Deker und Horst Flad wieder aufgebaut und erneuert, machte sich die Mannschaft um Rainer Dittrich Gedanken, wie das Erreichte noch verbessert werden könnte.
Ja, man stellte sich immer wieder die Frage, welchen Sinn es macht, dass in einem relativ kleinen Stadtbezirk drei Vereine mit teils konkurrierenden Sportangeboten bestehen. Einige Jahre zuvor hatten die Handballabteilungen des VfL Wangen, des TB Untertürkheim und des TV Hedelfingen mit der Gründung der HSG Oberer Neckar ein funktionierendes Modell einer Kooperation gebildet.
Die handelnden Personen lernten sich als Partner kennen und legten damit eine Vertrauensbasis für eine weitergehende Zusammenarbeit. Und so begannen im Jahre 2009 die Gespräche unter Federführung des Bezirksvorstehers Hans-Peter Seiler. 
Schnell stellte sich eine neue Zielstruktur heraus. Entlastung des Ehrenamtes und Schaffung von mehr Professionalität, die auch den Mitgliedern zugute kommt. Bündelung von parallelen Aktivitäten. Die Gespräche mündeten dann in unseren Fusionsvertrag. In den außerordentlichen Mitgliederversammlungen stimmten die Mitglieder mit fast 100 Prozent der Fusion zu und stellten damit die Weichen für die Zukunft.


 
bei der SportKultur Stuttgart e.V.
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